Archiv für Januar 2013

Krieg um Uran? Französische Truppen schützen Uran-Minen im Niger

 
“Spezialeinheiten der französischen Armee sollen die Uran-Minen des staatseigenen Energiekonzerns Areva in Niger bewachen. Französische Militärkreise bestätigten am Donnerstag einen Bericht des Magazins «Le Point», wonach Spezialkräfte zu den Minen in Imouraren und Arlit verlegt würden.” Diese Meldung stammt von Reuters und ist heute in der NZZ veröffentlicht. Begründet wird diese “Schutz-Maßnahme” mit den Angriff von islamistischen Kämpfern auf eine Gasanlage der BP in Algerien.

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„Leben mit der Energiewende“
Der ganze Kinofilm – Version 1.1

 

 
Jetzt ist der ganze Kinofilm online. Inklusive der Ergänzung vom 15.12.2012 und einer Modifikation vom 20.12.
„Leben mit der Energiewende“ – der Kinofilm (von Frank Farenski):
Nur regenerative Energieträger können in der Zukunft eine bezahlbare Strom- versorgung sicherstellen. Der Film zeigt die Fakten!
Weitere Informationen: www.energiewende-derfilm.de

 
Frank Farenski
Ich bin unabhängiger TV-Journalist und 46 Jahre alt. Seit vielen Jahren arbeite ich für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Auf meiner Website www.newslab.de finden sich viele Arbeitsproben aus meinen Filmen und ich habe dort auch meine Philosophie erläutert. Generell gesagt: Ich mache das, was ein guter Journalist leisten soll: Aufklärung für das Publikum. Nichts anderes!

 
Warum gibt es dieses Projekt?

Lange wurde und wird die Photovoltaik bedrängt: Zu teuer soll die Sonnenenergie sein und ihr Anteil an der regenerativen Stromversorgung sei zu gering. Eine Sonderkürzung der EEG-Einspeisevergütung nach der anderen setzt die Regierung durch. Der Exodus der Solarbranche in Deutschland hat begonnen, die Zahl der Unternehmenszusammenbrüche ist bedrückend.
Nun gibt es in der Politik sogar die Anstrengung den Vorrang für den Ökostrom aufzuheben. Kann das sein? Kurz bevor Netzparität erreicht ist und die Photovoltaik einen wesentlichen Beitrag zur bezahlbaren Energieversorgung leisten kann. Es ist doch vollkommen klar, dass wir nur durch regenerative Energieträger unseren Bedarf an Energie zu kalkulierbaren Kosten decken können. Wie kann es sein, dass nun in letzter Sekunde diese erfolgreiche Entwicklung abgewürgt werden soll?

Die TV-Doku

Als Journalist habe ich jüngst für zdfinfo einen 45-minütigen Dokumentarfilm mit dem Titel „Leben mit der Energiewende-Sonnenfänger und ihre Widersacher“ produziert. Das Zuschauerinteresse an diesem Film ist ungeheuer groß und viele Zuschauer zeigten sich über die darin vermittelten Fakten vollkommen überrascht. Das kann ich verstehen, denn kaum jemand gab sich bei Fernsehsendern oder Zeitungen bislang die Mühe das Thema umfassend zu beleuchten und die Argumente zusammenzutragen. Schaut man sich aber das tatsächliche Potenzial der Solarenergie einmal unvoreingenommen an, so müsste unsere Gesellschaft über die sich bietenden Chancen atemlos sein. Deutschland geht an den Möglichkeiten einer demokratischen, dezentralen und flexiblen Energieversorgung vorbei. Das halte ich ganz persönlich für einen schweren Fehler, gerade die Solarenergie gäbe vielen Bürgern die Möglichkeit für sich selber eine sichere Stromversorgung in der Zukunft zu organisieren. Inzwischen haben sogar andere Fernsehsender diesen Film übernommen und ihn mehrfach wiederholt. Dies zeigt: Das öffentliche Interesse an solchen Themen ist groß.

 

Als Darmstadt Kernkraft-Standort war

www.echo-online.de/region/darmstadt/studienortdarmstadt/technischeuniversitaet/Als-Darmstadt-Kernkraft-Standort-war;art477,3583823

18. Januar 2013

TU darmstadt – Studierende erinnern an die praktische Atomenergie-Forschung – Reaktorkern im Kofferraum

Dokumente, Fotos und Zeitzeugenberichte haben die TU-Geschichtsstudenten Nicole Avagliano, Sebastian Keller, Jan Malte Dittrich, Lukas Henke und Sarah Lange für ihre Ausstellung über die Reaktorforschung in Darmstadt zusam- mengestellt, die bis Ende Februar montags bis freitags von 6 bis 22 Uhr im „Karo 5“ gezeigt wird.

Atomstandort Darmstadt? Der Oberbürgermeister war von der Vision förmlich elektrisiert. Eine „kleine Atomkonferenz“ habe er zu Jahresbeginn organisiert, schrieb Ludwig Engel im Jahr 1956 in einem Brief an die Landesregierung. An dem von der Technischen Hochschule geplanten Atommeiler sei die Stadt „wesentlich interessiert“; leider habe die TH seit der Konferenz jedoch nur noch „geringe Initiative“ gezeigt. Darüber müsse gesprochen werden.
Damals stand für Darmstadt ein mittelgroßer Atomreaktor im Raum, der – neben der Funktion als Ausbildungsobjekt für angehende Atomkraft-Ingenieure – auch Strom produzieren sollte. Am Ende wurden die Pläne aus Kostengründen und wegen Sicherheitsbedenken kräftig abgespeckt. Ihren Atomreaktor aber bekam die TH Darmstadt im Jahr 1962: einen „SUR 100“ von Siemens, Dauerleistung 0,1 Watt.

Besondere Vorkehrungen seien dafür nicht nötig, versicherten die beteiligten Wissenschaftler, nicht einmal Kühlung benötige der Unterrichtsreaktor. Die entstehende Radioaktivität liege im ungefährlichen Bereich. Auf alten Fotos sieht man TH-Angehörige in Laborkitteln am Reaktorkern herumwerkeln. Erst 15 Jahre später wurde dieser in eine eigens errichtete Reaktorhalle an der Lichtwiese gebracht wurde – im Kofferraum eines Pkw, wie Jan Malte Dittrich berichtete.
Immerhin wurde der Reaktor als kerntechnische Anlage regelmäßig von Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation inspiziert.
Die alten Dokumente sowie erläuternde Texte gehören zu der Ausstellung „50 Jahre Reaktortechnik an der Technischen Universität Darmstadt“, die am Donnerstag im „Karo 5“ eröffnet wurde. Erstellt wurde sie von einer Gruppe Geschichtsstudenten, zu denen auch Dittrich gehört.

Angeregt durch einen Fachartikel von TU-Archivleiter Andreas Göller, machten sich die fünf Studierenden Mitte 2012 an die Recherche und zeichneten die Geschichte des 1962 gegründeten „Instituts für Reaktortechnik“ nach, das 1987 – ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl – umbenannt wurde in „Institut für Energietechnik und Reaktoranlagen“. Der gesellschaftliche Wind hatte sich in den siebziger und achtziger Jahren gegen die einstige Zukunftstechnik Atomkraft gedreht. 2004 verschwand das Wort Reaktor ganz aus dem Institutsnamen, es heißt seither „Energiesysteme und Energietechnik“. Im Fokus steht heute die Ausbildung von Experten für die Energiewende weg von der Atomkraft – für deren Abschaltung und Einmottung allerdings immer noch entsprechend ausgebildete Fachleute gebraucht werden.
Wie das gesellschaftliche Umfeld die Reaktorforschung an der TU beeinflusste, zeigen die Ausstellungsmacher unter anderem mit alten Zeitungsausschnitten sowie Flugblättern der Anti-AKW-Bewegung. Mit dieser Verknüpfung und Gesamtbetrachtung politisch-soziologischer und naturwissenschaftlich-technischer Entwicklungen spielen die Geschichtsstudenten eine Stärke der Technischen Universität aus.
TU-Kanzler Manfred Efinger dankte bei der Ausstellungseröffnung den fünf Studierenden, die für die Ausstellung aus freien Stücken in mehreren Archiven geforscht und mit Zeitzeugen gesprochen hatten. Studienleistungen sind damit nicht verbunden. „Prägnant und verständlich“ seien Eckpunkte der Reaktorforschung dargestellt worden, lobte Efinger.
Der Darmstädter Reaktor – nach den Blöcken in Biblis der drittgrößte in Hessen – wurde nach heftigen Diskussionen an der Uni sowie wegen zunehmender technischer Probleme 1985 abgeschaltet. Erst elf Jahre später war Darmstadts einstiger atomarer Hoffnungsträger vollständig abgebaut und entsorgt.

 

Krieg um Uran? Mali, Niger und der Uranabbau für Atomkraftwerke

 
Frankreich hat in der letzten Woche militärisch in den Konflikt in Mali eingegriffen. Unterschiedliche Kräfte haben im Norden von Mali im letzten Jahr große Gebiete erorbert. Dabei spielen auch fundamentalistische Kampfverbände eine bedeutsame Rolle, die eine separtistische Abspaltung von Mali ereichen bzw. insgesamt in der Sahel-Region islamistisch geprägte Herrschaftsverhältnisse aufbauen wollen, in der die Scharia als gesellschaftlicher bzw. gesetzlicher Rahmen gilt. Möglicherweise nicht in erster Linie dürften für das französischen Eingreifen aber auch schlichte materielle Interessen eine Rolle spielen: z.B. die Uranvorkommen in der Region Mali und Niger.

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Atomlobbyist im Bundesumweltministerium: Nachfragen unerwünscht

 
10.01.2013 – http://www.heise.de/tp/blogs/2/153503

Der oberste Atomaufseher Gerald Hennenhöfer gilt als Inbegriff des Drehtür-Lobbyisten – was er im Ministerium macht, geht das Parlament aber nichts an, sagt die Regierung.

Gerhard Hennenhöfer ist ein Mann, der für das Bundesumweltministerium offenbar unverzichtbar ist. Denn eigentlich wäre der 1947 geborene Jurist Ende vergangenen Jahres in die Pension gegangen – „wohlverdient“, wie die Grünen in einer Anfrage an die Bundesregierung meinen.

Gerald Hennenhöfer hat ein langes und wechselvolles Berufsleben hinter sich. Bereits von 1994 bis 1998 war er Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium unter der heutigen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach der Abwahl Helmut Kohls musste er sich einer neuen Tätigkeit zuwenden – er fand sie beim AKW-Betreiber Viag, der heutigen E.On, als „General- bevollmächtigter für Wirtschaftspolitik“ und als Anwalt einer Kanzlei, die den Betreiber des Atommüllagers Asse beriet – ein Lager, dem heute das Wasser bis zum Hals steht und deshalb geräumt werden soll.

Mit der Wahl Angela Merkels zur Bundeskanzlerin hatte Hennenhöfer dann seinen neuen Posten in trockenen Tüchern – und zwar seinen alten Job als Abtei- lungsleiter für Reaktorsicherheit im Umweltministerium. Lobbycontrol hat Hennenhöfer deshalb den zweifelhaften Titel eines „360-Grad Wechslers“ verliehen, der das „Prinzip Drehtür“ verkörpere wie kaum ein anderer in Deutschland.

Möglicherweise ist es gerade die Expertise, die Hennenhöfer sowohl im Umweltministerium als auch bei der Atomwirtschaft sammeln durfte, die den Mann für Minister Peter Altmaier unverzichtbar macht – jedenfalls hat sein Haus den Vertrag von Hennenhöfer um zwei Jahre verlängert und so seine Pensionierung entsprechend hinausgezögert. Und das, obwohl Hennenhöfer in wichtigen Fragen wie dem Umgang mit der absaufenden Asse andere Positionen vertritt als sein Chef. Während Altmaier die Asse räumen möchte, will Hennenhöfer das Lager offenbar lieber gleich fluten. Die Bürger vor Ort sind daher besorgt über die Vertragsverlängerung für den umtriebigen Atomaufseher.

Bundesregierung will Macht des Parlaments zum Schutz des Lobbyisten einschränken

Für die Grünen ist das Grund genug, sich nach Hennenhöfers Arbeit als Abteilungsleiter zu erkundigen – welche Papiere hat der offenbar unverzichtbare Mann für den Minister ausgearbeitet? Statt einer Antwort schickt die Bundesregierung den Grünen jedoch eine Belehrung über die Grenzen der Rechte des Parlaments und die Schutzbedürftigkeit der Regierungsbeamten, denn immerhin habe laut Grundgesetz jeder Deutsche „nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte“. Dies zu kontrollieren sei weder Aufgabe des Parlaments noch der Öffentlichkeit – womit die Bundesregierung auch die Medien kritisiert, die immer wieder auf mögliche Interessenskonflikte Hennenhöfers aufmerksam gemacht haben. Zudem verweist die Regierung auf das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und den Personaldatenschutz.

Zudem, so erklärt die Bundesregierung, beträfen die Fragen den „Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung“, der prinzipiell nicht parlamentarisch aus- forschbar sei. Und zwar unabhängig davon, ob der Entscheidungsprozess bereits abgeschlossen oder noch im Gange ist. Immerhin wolle die Bundesregierung auch weiterhin zu wichtigen Themen wie Reaktorsicherheit und Strahlenschutz Entscheidungen „unter Einbezug“ von Hennenhöfers Abteilung treffen. „Diese Entscheidungsfindung und damit in der Folge die Entscheidungsfindung der Bundesregierung würden erheblich erschwert, wenn die Bundesregierung Einzelheiten der Entscheidungsvorbereitung preisgeben müsste.“ Einmal im Inneren eines Ministeriums angekommen, sind Drehtürbeamte kaum noch zu kontrollieren.