Fessenheim: Störfall mit Verletzten
im ältesten AKW Frankreichs

 
www.contratom.de/2012/09/05/storfall-mit-verletzten-im-altesten-akw-frankreichs/

5. September 2012

Bei einem Unfall im französischen Atomkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze sind mindestens zwei Menschen verletzt worden. Heisser, ausgetretener Dampf sei die Ursache, der Akw-Betreiber spricht von einem “kleinen Problem”. Atomkraftgegner fordern die sofortige Schließung des ältesten Meilers Frankreichs.

Nach Angaben des AKW-Betreibers EDF erlitten zwei Menschen “durch ihre Handschuhe hindurch” leichte Verbrennungen an den Händen, als Wasserstoff- peroxid-Dampf austrat. Andere Medien berichten von mehr Verletzten. Auch die Feuerwehr war vor Ort, nachdem die Löschanlage aktiviert wurde. Laut EdF handele es sich aber nicht um einen Brand. Der Unfall habe sich auch nicht im Reaktorgebäude ereignet.

Französische Medien berichten von einem Chemieunfall. Der Betreiber EDF erklärte, Wasserstoffperoxid habe durch einen menschlichen Fehler mit Wasser reagiert, dabei sei es zu einer Dampfexplosion gekommen. Anderen Berichten zufolge handelte es sich um plötzlich austretenden Wasserdampf. Wie so oft ist die Nachrichtenlage diffus – der Betreiber gibt aber wie immer pauschal “Entwarnung”: es handele sich um ein “kleines Problem”, Radioaktivität sei nicht ausgetreten.

Laut des Geschäftsführer des BUND Südlichen Oberrhein, Axel Mayer sprechen immer wieder kleinere Störfälle für eine schlechte Sicherheitskultur im Atomkraftwerk – und diese sei auch immer eine Gefahr für die Menschen. Echte Sicherheit gibt es erst, wenn der französische Präsident François Hollande sein Versprechen umsetzt und das altersschwache AKW Fessenheim abstellt, so Mayer.

“In dem AKW Fessenheim gab es immer wieder Störfalle, das Ding muss endgültig stillgelegt werden”, so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz in einer ersten Stellungnahme.

Das im Elsass direkt am Rheinkanal an der deutschen Grenze gelegene umstrittene Atomkraftwerk ist seit rund 35 Jahren in Betrieb. In dem AKW kommt es immer wieder zu Pannen. Seine beiden Druckwasserreaktoren sind die ältesten noch in Betrieb befindlichen in Frankreich. Der neu gewählte französische Präsident François Hollande hatte im Wahlkampf die Schließung des AKW Fessenheim bis zum Jahr 2017 angekündigt.