Archiv für August 2012

Die Strompreis-Lüge !

 
Wie die Energiekonzerne abkassieren und die Strompreiserhöhungen
den Erneuerbaren Energien in die Schuhe schieben
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  • Billig einkaufen – teuer verkaufen
  • Strompreis-Kampagnen, um die EEG-Umlage als Kostentreiber zu brandmarken
    - bis hin zur Abschaffung …
     
    24.08.2012 / http://www.taz.de/Gruenen-Gutachten-zu-Energiepreisen/!100289/

    Grünen-Gutachten zu Energiepreisen

    Drei Milliarden Euro zu viel

    Von sinkenden Einkaufspreisen profitiert nur die Industrie, nicht der Privatkunde, so eine Studie. Der Umweltminister prognostiert sogar noch weitere Preisstei- gerungen.

    BERLIN afp | Die deutschen Verbraucher zahlen für ihren Strom einer Studie zufolge rund drei Milliarden Euro zu viel. Die Preise für den Einkauf von Strom seien in den vergangenen Jahren deutlich gefallen – doch die Versorger hätten dies nicht an ihre Kunden weitergegeben, heißt es in dem Gutachten im Auftrag der Grünen im Bundestag. Lediglich die Industrie profitiere von sinkenden Preisen.

    Der Energieexperte Gunnar Harms untersuchte in der Studie, wie sich der Börsenpreis für Strom und die diversen Steuern und Umlagen auf den Strompreis entwickelten. Dem gegenüber stellte er die Entwicklung der Preise, die Verbraucher für Elektrizität zahlen müssen. Sein Fazit: „Aktuell müsste der Strompreis zwei Cent die Kilowattstunde niedriger liegen, wenn die Versorger die gesunkenen Einkaufspreise der Vergangenheit an die Verbraucher entsprechend weitergereicht hätten.“

    In den letzten fünf Jahren habe sich gezeigt, dass gestiegene Einkaufspreise stets unverzüglich weitergegeben wurden, Preissen- kungen hingegen nicht, heißt es in der Studie. Private Haushalte zahlen demnach für Strom mittlerweile 20 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Ganz anders sei es bei Großverbrauchern wie Unternehmen: Diese zahlten mittlerweile drei Prozent weniger als zuvor. Die Stromrechnung der privaten Haushalte sei damit „in diesem Jahr immer noch zirka drei Milliarden Euro zu hoch“.

    Den Grund sieht Harms im mangelnden Wettbewerb der Versorger bei den Privatkunden: Noch immer hat die ganz große Mehrheit der Stromkunden nie ihren Anbieter oder auch nur ihren Tarif gewechselt. Sie alle zahlen deshalb unter Umständen hunderte Euro mehr im Jahr als nötig. Anders sei das bei Großverbrauchern, denen die Versorger gute Angebote machten, um sie von einem Wechsel abzuhalten. „Die privaten Kunden werden seitens der Stromanbieter genutzt, um höhere Gewinne zu realisieren“, kritisierte Harms.

    Der Studienautor kritisierte, die Energieversorger sprächen sich „von jeglicher eigener Veranlassung zu Preiserhöhungen frei und schieben die Ursachen hauptsächlich auf die Politik“, insbesondere die Förderung erneuer- barer Energien. Tatsächlich aber seien die von den Unternehmen veranschlagten Kosten für Erzeugung, Beschaffung und Vertrieb von Strom auffällig gestiegen. „Plausibel erklärbar“ sei davon allerdings nur ein Teil.

    Die Vizechefin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Bärbel Höhn, beklagte, die Verbraucher würden „von Stromanbietern und der Politik gleichzeitig in die Zange genommen“. Nicht nur kassierten die Stromanbieter zu hohe Gewinne. Auch lade die Bundesregierung „die Kosten der Energiewende hauptsächlich bei den Verbrauchern ab, indem sie die Unternehmen breit entlastet“. Unternehmen der energieintensiven Industrie sind ganz oder teilweise von der EEG-Umlage befreit. Hinzu kommen Entlastungen bei der Finanzierung des Netzausbaus.

    Altmaier: Es wird noch teurer

    Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) rechnet unterdessen mit einem weiteren Anstieg der Strompreise von unter fünf Prozent im nächsten Jahr. Den Preis lege die Energiewirtschaft fest, sagte er der Rheinischen Post. „Es gibt Experten, die eine Preiserhöhung von fünf Prozent erwarten. Ich hoffe, dass wir etwas darunter liegen können.“ Im Herbst werden die Kosten neu berechnet, die für die Einspeisung erneuerbarer Energien anfallen, und die auf alle Stromverbraucher umgelegt werden.

    Ein großer Teil der EEG-Umlage fließt an die Produzenten von Sonnenenergie. Altmaier sagte der Zeitung, die Förderung des Solarstroms werde ganz auslaufen, „wenn wir das Ziel von 52 Gigawatt erreicht haben“. Das sei für 2020 vorgesehen. „Falls wir das Ziel früher schaffen, läuft die Förderung entsprechend früher aus.“

     

  • Wieder Zwischenfälle im AKW Biblis

     
    www.echo-online.de/region/bergstrasse/biblis/Wieder-Zwischenfaelle-im-Atomkraftwerk-Biblis;art1238,3170795

    24. August 2012 | dapd

    BIBLIS. Im abgeschalteten Atomkraftwerk Biblis hat es wieder Zwischenfälle gegeben. Bei der Notstromdieselprüfung in Block B sei am Montag ein kleines Leck am Ladeluftverteiler festgestellt worden, teilten Betreiber RWE und das Umweltministerium in Wiesbaden am Donnerstag mit. In Block A sei auch ein Leck entdeckt worden. Die Leckagen hätten auf den Motorbetrieb keinen Einfluss gehabt. Bei den anschließenden Prüfungen sei am Mittwoch noch ein Notstrom- diesel in Block B ausgefallen, sagte ein Sprecher von RWE auf Anfrage. Eine Gefährdung des Personals, der Umgebung oder der Anlage war mit den Vorkommnissen demnach nicht verbunden. Zu einer abschließenden Bewertung werde der TÜV hinzugezogen. Beide Vorkommnisse wurden in die Kategorie N (= Normal) nach den deutschen Meldekriterien eingestuft. Nach der Internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) waren sie der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen.

     

    Verdienen am eigenen Dreck

     
    Bund zahlt für Atommüllentsorgung, AKW-Betreiber kassieren

    15.06.2012, von Reimar Paul

    Atomkraftgegner haben die Verflechtungen zwischen den AKW-Betreibern und der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) im Atommüllgeschäft scharf kritisiert. Die DBE baut im Auftrag des Bundes den Salzstock Gorleben und die frühere Eisenerzgrube Schacht Konrad zu End- lagern aus und führt auch den Betrieb im Endlager Morsleben.

    Weil das Unternehmen zu 75 Prozent der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) gehört, die als Tochter der Atomkonzerne unter anderem die Atommüll- zwischenlager Gorleben und Ahaus betreibt, verdienen die Atomstrom- und Atommüllproduzenten an der Lagerung ihrer eigenen Abfälle kräftig mit.

    Nach der Endlagervorausleistungsverordnung müssen E.on, RWE und Co. zumindest für den Ausbau des Schachts Konrad und Gorlebens zahlen. »Das Geld fließt über die DBE gleich wieder an die Atomstromer zurück«, so Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Die hohen Kosten für die Sanierung Morslebens und der Asse bekämen hingegen die Steuerzahler aufgebrummt. Weiter

     

    Die „Sklaven“ der Atomenergie

     
    http://www.saarkurier-online.de/?p=72448

    11. Juli 2012

    Personal und administrative Führungskräfte

    bestreiken das AKW Cruas in Südfrankreich

    Perl/Montélimar (us) – Nach Informationen der französischen Gewerkschaft MZC, hat sich das gesamte Personal mitsamt den administrativen Führungskräften zusammengeschlossen und streiken seit Montagmorgen, den 11 Juli erneut vor dem Werkstor des südostfranzösischen Atomkraftwerkes Cruas bei Montélimar. Die Forderungen der Streikenden sind Dieselbigen wie bereits im April dieses Jahres, als die Arbeiter des Pariser Subunternehmers SPIE, die auch als Nomaden der französischen Atomindustrie bezeichnet werden, die Atomkraft- werke Cattenom, Fessenheim in Elsass und Cruas im Ardèche und die Anlage von Centraco in Gard bestreikten.

    Die Streikenden forderten bessere Arbeitsbedingungen und Gehälter, vor allem weitaus bessere Sicherheitsstandards, die sie auch für die Bevölkerung in der Umgebung der Atomkraftwerke einforderten.

    Die „Nomaden der französischen Atomindustrie“ so werden die Leiharbeiter des französischen Subunternehmers SPIE genannt, ziehen von Atomkraftwerk zu Atomkraftwerk, um höchst riskante Arbeiten in den 58 Atomreaktoren in Frankreich zu erledigen. Sie tauchen in Kühlwasserbecken – müssen jene Dekontaminieren, tauschen Brennelemente aus und erledigen Reparatur – und Wartungsarbeiten in stark strahlenden Zonen oder müssen irgendwelche Lecks mit Taucheranzügen reparieren.

    Nach Berechnungen des staatlichen Forschungszentrum Inserm, bekommen die Leiharbeiter 80 Prozent der Strahlendosen in den AKWs ab. Sie werden mit niedriglöhnen abgespeist, müssen hoch gefährliche Jobs erledigen und wenn sie die jährliche Höchstdosis von 20 Millisievert erreicht haben, verlieren sie ihren Job.

    „Nach unserem Erachten gefährden die Subunternehmer und Betreiber der Atomkraftwerke nicht nur die Gesundheit der Leiharbeiter, sondern auch die Sicherheit der Atomanlagen und somit auch die der Anwohner, so Ute Schlump- berger, Gründerin und Sprecherin der Bürgerinitiative Cattenom Non Merci. „Zweifelhaft ist auch, in wie weit und ob überhaupt die Leiharbeiter eine ausreichende Ausbildung haben oder eine gewisse Fachkompetenz nachgewiesen werden kann, um diese Arbeiten ausführen zu können, so Ute Schlumpberger weiter.

    Schlussendlich bezahlen die Leiharbeiter der französischen Atomindustrie mit ihrer Gesundheit und sind meistens nach drei Jahren wegen den hohen gesundheitlichen – aber auch hohen Strahlen-Belastungen, ausgedient.

    Dieses menschliche Dilemma findet jedoch nicht nur in französischen Atom- kraftwerken statt, sondern weltweit. Die Leiharbeiter halten ihren Kopf für die Profite der Subunternehmer, aber auch für die Betreiber der Atomkraftwerke hin.

    Deswegen gibt es nur eine Lösung – Atomkraftwerke sofort abschalten. Und all Diejenigen, die nun der Meinung sind, dass sich sodann die Zahlen der Arbeitslosen abermals erhöhen werden, müssen sich darüber bewusst werden, dass auch Milchmädchen Rechnungen bezahlt werden müssen. Denn nach dem Abschalten der Atomkraftwerke müssen die Atomanlagen weiterhin gewartet werden und falls irgendwann ein Atommeiler abgerissen wird, mindestens 2/3 bis 3/4 der Arbeiter, auch Leiharbeiter weiterhin beschäftigt werden.

     

    Hintergrund:

    Die Unsichtbaren der französischen

    Nuklearindustrie

    Nathalie Roller 03.01.2012

    Die „Sklaven“ der Kernenergie, die in den 19 Atommeilern ihre Gesundheit aufs Spiel setzen

    Über 22 000 nukleare „Nomaden“ zählt das französische Atomstromland, welche nicht für den staatlichen Stromkonzern EDF arbeiten, sondern für Privatunter- nehmen, den „Sous-Traitant“ (Sub-Unternehmer). Diese privaten Nukleararbeiter ziehen von Atommeiler zu Atommeiler, um gesundheitsgefährdende Wartungs- arbeiten vorzunehmen – wie z.B. Brennstäbe an zu diesem Behufe vorüber- gehend abgeschalteten Reaktoren auszutauschen. Seit den 1980er Jahren hat die EDF nämlich den Dreh heraus: Man lagert die Risiken für offizielle EDF-Mitarbeiter ganz einfach aus und delegiert hochriskante Unterfangen – wie z.B. in die Ab- kühlbecken der Reaktoren zu tauchen – an Privatunternehmen aus. --> Mehr