Archiv für April 2012

AKW-Zwischenfall in Frankreich:
Atomaufsicht spricht von „Störung“

 
http://www.taz.de/AKW-Zwischenfall-in-Frankreich/!91061/

06.04.2012

Der Unfall im nordfranzösischen Atomkraftwerk Penly wird von der Atomaufsichtsbehörde auf der zweitniedrigsten Stufe 1 eingeordnet. An einem Reaktor tritt radioaktives Wasser aus.


Gestört: das AKW Penly. Bild: dpa
 
RENNES afp | Der Zwischenfall an dem französischen Atomkraftwerk Penly in Nordwestfrankreich ist von der Atomaufsicht des Landes als „Störung“ eingestuft worden. Die Behörde teilte in der Nacht zum Freitag mit, der Vorfall werde auf der weltweit gültigen Ereignisskala INES „vorläufig“ auf der zweitniedrigsten Stufe 1 eingeordnet.

„Störungen“ der Stufe 1 sind Zwischenfälle, die zu einer Abweichung von den zulässigen Bereichen im sicheren Betrieb der Anlage führen. Die INES-Skala umfasst acht Stufen, sie beginnt bei 0 und geht bis 7.

Das Akw Penly im Nordwesten Frankreichs war am Donnerstag nach einem Brand abgeschaltet worden. Allerdings tritt an einem Reaktor Wasser aus, darunter auch radioaktives Wasser. Die Menge konnte nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde aber bereits deutlich reduziert werden. Das Wasser sei aus dem Primärkreislauf entwichen und in für solche Fälle vorgesehenen Behältern aufgefangen worden, teilte der Stromkonzern EDF am Donnerstag- abend mit.

Die Kühlung des Reaktors sei nicht gestört und laufe „normal“ weiter. Der Austritt des radioaktiv belasteten Wassers habe „keine Auswirkungen auf die Umwelt“, betonte der Konzern. Das Akw war zuvor nach einem Brand abgeschaltet worden.

Das Atomkraftwerk Penly am Ärmelkanal besteht aus zwei Reaktorblöcken. Daneben ist auch ein neuer EPR-Druckwasserreaktor geplant. Frankreich bezieht vier Fünftel seines Stroms aus Atomkraftwerken und hält auch nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima an der Kernkraft als Haupt- energiequelle fest.

Erst im September war in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule ein Ofen in einer Verbrennungsanlage explodiert. Dabei war ein Arbeiter ums Leben gekommen, vier weitere wurden verletzt.
 

Brand im AKW Penly
Französisches AKW runtergefahren

 
http://www.taz.de/!91051/

05.04.2012

Wegen eines Feueralarms wurde das AKW Penly 2 in Frankreich abgeschaltet. Es sei Rauch ausgetreten, teilte Betreiber EDF mit. Kleinere Brände wurden gelöscht.


Ursache des Feuers im Akw Penly sei ausgelaufenes heißes Öl aus einer Pumpe gewesen, teilte Betreiber EDF mit. Bild: edf
 
RENNES/PARIS afp/rtr/taz | Nach einem Feueralarm ist das Atomkraftwerk Penly 2 in Nordwestfrankreich am Donnerstag abgeschaltet worden. In einem Reaktorgebäude des Akws sei Rauch ausgetreten, teilte der Betreiber, der Stromkonzern EDF, mit. Daraufhin seien die Sicherheitssysteme angesprungen und die Anlage gestoppt worden. Die Feuerwehr habe, laut EDF, zwei kleinere Brände gelöscht.

Ursache des Feuers sei ausgelaufenes heißes Öl aus einer Pumpe gewesen. Es habe keine Verletzten gegeben, die Anlage sei sicher. Die beiden Reaktorblöcke aus dem Baujahr 1982 haben eine Gesamtleistung von 2600 Megawatt und sind schon seit 1990 in Betrieb. Momentan baut EDF an einem Europäischen Druckwasserreaktor der dritten Generation, einem so genannten EPR-Reaktor, angrenzend an die beiden alten Reaktoren.

Er soll eine Leistung von 1650 Megawatt haben. Die Reaktorart ist hochum- stritten, der erste Typ soll im Laufe des Jahres in Finnland an den Start gehen. Im französischen Flamanville wollte EDF den zweiten EPR-Reaktor weltweit installieren, doch der Bau wird dort – wegen mehrerer Zwischenfälle – von 2012 auf mindestens 2014 hinausgezögert. Zwei schwere Arbeitsunfälle und Sicher- heitsüberprüfungen nach der AKW-Katastrophe in Fukushima hatten die Lage verschlechtert.

Bereits 2007 Zwischenfall in Penly

Der Betreiber EDF gibt jedoch reine Schätzungsfehler für den Aufwand der Bauarbeiten als Grund an. Bereits 2007 hatte das Kernkraftwerk Penly 2 Probleme: Bei einer Routinekontrolle wurde bemerkt, dass die Notkühlung zwei Tage defekt war und im Notfall nicht angesprungen wäre. Erst im September war in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule ein Ofen in einer Verbren- nungsanlage explodiert.

Dabei war ein Arbeiter ums Leben gekommen, vier weitere wurden verletzt. Frankreich bezieht vier Fünftel seines Stroms aus Atomkraftwerken und hält auch nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima an der Kernkraft als Hauptenergiequelle fest.

 

Neuer Zwischenfall in Biblis

 
http://www.ksta.de/html/artikel/1333056224967.shtml

30.03.12

Bei einer Prüfung im inzwischen abgeschalteten Atomkraftwerk Biblis ist es bereits am Montag zu einem Stromausfall gekommen. Das teilte der Betreiber RWE am Freitag mit. Ein Nachkühlgerät sei ausgefallen, eine Gefährdung habe es nicht gegeben.

WIESBADEN – Im Block B des abgeschalteten Atomkraftwerks Biblis in Südhesssen hat es einen neuen Zwischenfall gegeben. Bei einer Prüfung am Montag sei es zu einem Stromausfall gekommen, eines von vier Nachkühlsystemen sei ausgefallen, teilte Betreiber RWE am Freitag mit. Die anderen drei Kühlsysteme funktionierten demnach uneingeschränkt.

Das Vorkommnis wurde in die Kategorie N (= Normal) nach den deutschen Meldekriterien eingestuft, wie das Umweltministerium in Wiesbaden mitteilte. Nach der Internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) sei es der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen.

Eine Gefährdung des Personals, der Umgebung oder der Anlage war den Angaben des Ministeriums zufolge mit dem Vorkommnis nicht verbunden. Zu einer abschließenden Bewertung werde der TÜV SÜD hinzugezogen. (dapd)