Archiv für April 2012

Mehr als 100 Leute nehmen an Rückbauaktion am 22. April in Biblis teil

 
PRESSEMITTEILUNG von atomkraftENDE.darmstadt

 


 
Zu der Aktion hatte ein breites Bündnis an Anti-Atomkraftgruppen anlässlich des 26. Jahrestag von Tschernobyl aufgerufen. Dem Motto „Rückbau bis zur grünen Wiese“ waren mehr als 100 Personen gefolgt und haben vor den beiden stillgelegten Atommeilern von Biblis den schnellstmöglichen Rückbau gefordert.

Gutgelaunt und bei bestem Wetter demonstrierten Aktivisten von atomkraftENDE.darmstadt und Greenpeace an einem Modell von einem AKW wie die Zukunft von Atomkraft aussieht: Rückgebaut und verschrottet, wie es sich nicht anders für diese Dinosauriertechnologie gehört.

 
Die politische Forderung der Demonstranten war an diesem Sonntag klar: Der Protest geht weiter, bis RWE endlich die Stilllegungsgenehmigung des AKW Biblis beantragt und mit dem Rückbau unverzüglich im Anschluss an die Nachbetriebs- phase beginnt.

 
Wer die Kosten dafür zu tragen hat ist klar: Schließlich haben in der Vergangenheit RWE und die anderen Energieriesen jahrzehntelang Millionen an Subventionen und Milliarden an Gewinnen eingefahren.

Für Ralf Peters war der Aktionstag ein voller Erfolg: „Obwohl das Thema an Medienaufmerksamkeit verloren hat, hat der Sonntag gezeigt, dass die Bevölkerung es nicht vergessen hat: Der Ausstieg ist erst dann ein Ausstieg, wenn endgültig und nicht mehr umkehrbar auch das letzte AKW in Deutschland in eine grüne Wiese verwandelt wurde.“

 

TSCHERNOBYL IST ÜBERALL !
28. April, 13 Uhr Internationale Mahnwache

 
Tschernobyl: Katastrophe ohne Ende
 
Vor 26 Jahren, am 26. April 1986 ereignete sich an der ukrainisch-weißrussischen Grenze der atomare Super-Gau. Die Atomlobby leugnet die verheerenden Folgen der Katastrophe bis heute. Umso wichtiger die deutliche Botschaft an alle Menschen: Wir haben nichts vergessen!

In Erinnerung an die Opfer der Atomkatastrophe von Tschernobyl werden wir erneut eine Internationale Mahnwache halten:
 
Tschernobyl ist überall:

Internationale Mahnwache am 28. April 2012,

13:00 Uhr, Flughafen Frankfurt, Terminal 1,

Abflughalle A-B
 
Wie bereits bei unserer Mahnwache zum Gedenken an Fukushima wollen wir auch diesmal den internationalen Flughafen nutzen, um
die Botschaft der Anti-Atom-Bewegung in die Welt tragen:

ATOMKRAFT ABSCHALTEN – WELTWEIT!!

Interessante RednerInnen werden über die Situation an verschiedenen Atom-Standorten berichten.

Die Maschinerie der Atomlobby läuft schon wieder auf Hochtouren. Daher ist das mutige Engagement kritischer BürgerInnen die einzige Chance für einen schnellstmöglichen und echten Ausstieg aus der mörderischen Atomtechnologie. Wir zählen darauf, daß möglichst viele von Euch sich an dieser außergewöhnlichen Aktion beteiligen können. Bitte gebt diesen Aufruf auch in Eure Verteiler!

Hier ist der Text unseres internationalen Flyers auf russisch (tausend Dank an Irina für die Übersetzung). Die deutsche, englische, französische, japanische und arabische Version dieses Textes könnt Ihr dann bei unserer Internationalen Mahnwache lesen:

Последствия ядерной катастрофы на атомной электростанции страшны для всего живого на Земле. Воды мирового океана перемешиваются, и мы все дышим воздухом одной атмосферы. Мы все пьем воды Земли и питаемся растениями и животными, в которых по пищевой цепочке скапливаются радиоактивные яды.

Атомная индустрия производит огромное количество радиоактивных отходов, которые остаются источниками радиоактивного излучения еще миллион лет. По сегодняшний день нигде в мире не существует безопасного хранилища для высокоактивных отходов. Так называемая переработка отработавшего ядерного топлива лишь увеличивает объем радиоактивных отходов. А отходы от обогащения урана идут на производство атомного оружия.

Атомная энергия покрывает примерно 2% мировых энергетических потребн Последствия ядерной катастрофы на атомной электростанции страшны для всего живого на Земле. Воды мирового океана перемешиваются, и мы все дышим воздухом одной атмосферы. Мы все пьем воды Земли и питаемся растениями и животными, в которых по пищевой цепочке скапливаются радиоактивные яды.

Атомная индустрия производит огромное количество радиоактивных отходов, которые остаются источниками радиоактивного излучения еще миллион лет. По сегодняшний день нигде в мире не существует безопасного хранилища для высокоактивных отходов. Так называемая переработка отработавшего ядерного топлива лишь увеличивает объем радиоактивных отходов. А отходы от обогащения урана идут на производство атомного оружия.

Атомная энергия покрывает примерно 2% мировых энергетических потребностей. Многочисленные, в т.ч. официальные исследования показывают, что 100%-ный переход энергоснабжения на возобновляемые источники возможен. Уже сегодня доля альтернативной энергетики в мире превысила одну шестую всех энергетических ресурсов. Запасы нефти, газа, угля и урана почти исчерпаны, а глобальное потепление усиливается. Солнце же, ветер, вода, биомасса и геотермия будут существовать, пока существует Земля. Пришло время новой эры, эры чистых альтернативных источников энергии. Пора действовать и Вам!

остей. Многочисленные, в т.ч. официальные исследования показывают, что 100%-ный переход энергоснабжения на возобновляемые источники возможен. Уже сегодня доля альтернативной энергетики в мире превысила одну шестую всех энергетических ресурсов. Запасы нефти, газа, угля и урана почти исчерпаны, а глобальное потепление усиливается. Солнце же, ветер, вода, биомасса и геотермия будут существовать, пока существует Земля. Пришло время новой эры, эры чистых альтернативных источников энергии. Пора действовать и Вам!
 
Wir freuen uns auf eine gelungene Mahnwache mit Euch!

Sonnige Grüße
Carol-Sue & Immo

Für die Dreieicher Anti-Atom-Initiative
ByeByeBiblis

www.byebyebiblis.de

 

AKW Penly: Französische Reaktorpanne schwerer als bisher bekannt

 
20.04.2012 / von Thomas Hanke
 
Ein Störfall in dem französischen Atomkraftwerk Penly war offenbar alles andere als eine kleine Panne. Gleich vier schwere Defekte ereigneten sich in dem AKW. Die Börse traut dem Betreiber EDF schon länger nicht mehr.


Rauch steigt aus dem Atomkraftwerk Penly in Nordfrankreich. Quelle: Reuters

Paris Der Störfall im französischen Atomkraftwerk Penly an der Kanalküste nahe Dieppe war schwerwiegender, als anfangs bekannt wurde. Wie der Stromkonzern EDF dem Handelsblatt bestätigte, gab es im Primärkreislauf eines der beiden Reaktoren eine Folge von vier gravierenden Defekten. Mit einigem Glück ist EDF an einem gefährlichen Unfall in dem AKW vorbeigekommen, das ungefähr 150 km von Paris entfernt ist.

Zunächst verlor am Nachmittag des 5. April ein Ölbehälter an einer der vier riesigen Pumpen in der Reaktorhülle, die jeweils ca. acht Meter hoch sind, mehrere Hundert Liter Öl. Wie soviel Öl unbemerkt austreten konnte, ist noch unklar. Zwei Öllachen entzündeten sich anschließend. Auch hier ist die Ursache noch nicht geklärt, es wird vermutet, dass das Schmiermittel mit der heißen Pumpe in Berührung kam. Mit dem Beginn des Feuers habe sich der Reaktor automatisch abgeschaltet, sagte ein EDF-Mitarbeiter. Er muss allerdings weiter gekühlt werden, damit keine Kernschmelze beginnt. Der Brand wurde von der Feuerwehr gelöscht.

Der Zwischenfall eskalierte, als gegen 19h eine Dichtung der Pumpe platzte. Die mit einem Druck von 155 bar – das 155-fache des Athmosphärendrucks – arbeitenden Großgeräte weisen drei Dichtungen auf, die ein Austreten des radioaktiven Kühlwasser verhindern. Die zweite und dritte Dichtung sind aber nur für den Notfall vorgesehen und können dem hohen Druck nur kurzfristig standhalten. Um ein unkontrolliertes Austreten des verseuchten Wassers zu verhindern, wird der Druck heruntergefahren. Dafür öffnet das Personal Notventile, die das Kühlwasser in Reservoirs im Reaktorgebäude ableiten. Die Lage in Penly verschärfte sich, weil die Ventile sich aufgrund einer weiteren Störung schlossen. Damit drohte ein Platzen des Primärkreislaufes, der je Pumpe 100 Kubikmeter verstrahlten Wassers enthält.

EDF sprach von einem Leck, aus dem pro Stunde anfangs 2000 Liter Wasser austraten, später nur noch 60 Liter. Trotz der Probleme mit den Notventilen sei das Wasser nicht unkontrolliert herausgespritzt, sondern in den Reservoirs gelandet. Ab 4h Uhr morgens am 6. April habe es kein Leck mehr gegeben.
 
Flutung des Reaktorgebäudes drohte

Wie der EDF-Mitarbeiter erläuterte, hätte der Reaktorkern weiter gekühlt werden können, auch wenn die schadhafte Pumpe völlig ausgefallen wäre, da drei weitere Pumpen mit unabhängigen Rohrsystemen funktionierten. Doch das Gebäude wäre von großen Mengen Wasser überflutet worden. Glücklicherweise kam es nicht dazu.

Die Anlagen in Penly zählen zu den modernsten von EDF, sie stammen aus den Jahren 1990 und 1992. Der Versorger hat insgesamt 20 Reaktoren dieses Typs in Gebrauch, die von Areva hergestellt wurden. Wie lange die schadhafte Anlage in Penly stillliegen wird, ist unklar. EDF spricht von mehreren Wochen, doch die Entscheidung trifft die französische Behörde für nukleare Sicherheit ASN. Die Wirtschaftszeitung Les Echos beziffert den wirtschaftlichen Schaden für EDF auf 100 Mio Euro – eine Zahl, die der Versorger als „völlig aus der Luft gegriffen“ bezeichnet.

Erstaunlich ist, dass EDF die baugleichen Pumpen an anderen Standorten erst überprüfen will, wenn die interne Untersuchung über den Ablauf des Störfalls abgeschlossen ist. In der französischen Öffentlichkeit hat der Zwischenfall kein großes Echo ausgelöst. EDF sagte, Feuer in einem Reaktorgebäude habe es in den vergangenen fünf Jahren „bereits viermal gegeben“. Auch Pannen im Primärkreislauf habe man bereits gehabt. Obwohl die Atomkraft in Frankreich längst nicht mehr unangefochten ist, scheint das außer den eingefleischten Atomkraftgegnern niemanden zu beunruhigen. Die Börse dagegen traut EDF schon länger nicht mehr: Die Aktie notiert nur noch bei 15 Euro, ein Fünf-Jahres-Tief.
 
(http://www.handelsblatt.com/politik/international/atomkraftwerk-penly-franzoesische-reaktorpanne-schwerer-als-bisher-bekannt/6536034.html)

 

Zum 26. Jahrestag von Tschernobyl: Anti-AKW-Initiativen fordern den Rückbau zur grünen Wiese!

 
Pressemitteilung von atomkraftENDE.darmstadt
 
Nach fast 40 Jahren wurde am 6. August 2011 der Leistungsbetrieb des AKW Biblis beendet. Doch obwohl dies nach der Katastrophe von Fukushima längst überfällig war, beantragt der Betreiber RWE immer noch keine Stillegung und legt keine Pläne vor, wie der Rückbau der Atommeiler gestaltet werden soll.

Deswegen rufen die Anti-AKW-Initiativen in Südhessen, anlässlich des 26. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, zu einem Aktionstag in Biblis am 22. April 2012 auf.

Ralf Peters von atomkraftENDE.darmstadt: „Unter dem Titel „Rückbau bis zur grünen Wiese“ fordern wir die RWE als Betreiber des Atomkraftwerkes Biblis auf, endlich zu seiner Verantwortung zu stehen und jetzt den Rückbau nicht länger hinauszuzögern.“

Treffpunkt in Darmstadt ist 13 Uhr am Messplatz. Auftakt ist 14 Uhr am Bahnhof Biblis, die Kundgebung am Gelände des AKW ist für 15 Uhr geplant.

atomkraftENDE.darmstadt hat hierzu einen Forderungskatalog aufgestellt:

- Der Rückbau hat direkt im Anschluss an die Nachbetriebsphase zu erfolgen
- Der Rückbau sollte max. 25 Jahre dauern
- Ziel ist die vollständige Renaturierung des Geländes

Jutta Prochaska von atomkraftENDE.darmstadt bekräftigt die Forderungen der Anti-AKW-Initiativen: „Wir fordern RWE auf, sofort den Antrag auf Stilllegung zu stellen. Die Abschaltung der AKWs von Biblis muss unumkehrbar sein! Nur so kann die Bevölkerung sicher gehen, dass RWE nicht auf Zeit spielt in der Hoffnung auf eine politische Renaissance der Atomkraft. Dies wollen vielleicht die Energiekonzerne, aber bestimmt nicht die Bevölkerung. Nach jahrzehntelangen Profiten in Milliardenhöhe wird es Zeit, dass RWE auch die Kosten für die Entsorgung der Dinosauriertechnologie übernimmt!“

 

22.04. Rückbau-Aktion vorm AKW Biblis
zum 26. Tschernobyl-Jahrestag

 
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13:00 Uhr Treffpunkt Darmstadt:
Messplatz bei Straßenbahnhaltestelle Linie 5

 
14:00 Uhr Treffpunkt vorm Bibliser Bahnhof (Auftaktkundgebung)

--> mit Autokorso zum Kraftwerk

15:00 Uhr vorm AKW Biblis:
Kundgebung und symbolischer Rückbau zur grünen Wiese

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